Laos. Nie wieder ein böses Wort über Engländer, ich schwöre es.

Punktlandung in Laos. Neues Land, neue Eindrücke, neue Menschen. Einzige Voraussetzung: der Eintritt ins Land muss gewährleistet sein. Dafür braucht es ein Visum. Um das Visum kaufen zu können, braucht man 31 Dollar. Eigentlich kein Problem- wenn es in Luang Prabang am Flughafen vor der Einreise einen Geldautomaten gegeben hätte. Bzw. einen funktionierenden Geldautomaten. US-Dollar hatte ich leider nicht mehr, geschweige denn laotische Dollar-Noten. Da stand ich nun ohne Geld, in einem fremden Land, am Flughafen und hatte absolut keine Ahnung, wie ich an ein Visum kommen sollte. Da es um meine sängerischen Fähigkeiten nicht allzu gut bestellt ist und mir Bauchtanz fern liegt, waren auch solche Darbietungen keine Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Und ohne Geld kein Visum, ohne Visum keinen Eintritt ins Land, ohne Eintritt ins Land keinen Weg zum Geldautomaten in der Stadt. Ich wollte nur noch eins: schreien! Aber dann hätte ich wahrscheinlich ohnehin kein Visum bekommen, also schmunzelte ich stattdessen galgenhumorig. Über mich selbst (wie konnte ich nur ohne Bargeld in der Tasche Hanoi verlassen?)

Und irgendwie hatte das Schmunzeln wohl geholfen: Hilfe nahte in Form von zwei netten Engländern, die ohne Nachfrage meinerseits anboten, mir das Geld zu leihen. Ich hätte in die Luft springen können vor Erleichterung (da ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass die Geschichte noch nicht vorbei war). Von diesem Tag an jedenfalls habe ich Engländer endgültig in mein Herz geschlossen! Ich habe mir die Adresse der Engländer geben lassen, um das Geld noch am selben Abend zurück zu bringen…aber auch daraus wurde nichts. Da alle Geldautomaten in Luang Prabang für drei Tage außer Gefecht waren! Ausgerechnet als ich kein (brauchbares) Bargeld dabei hatte…und wieder wollte ich nur eins: schreien…aber auch das wollte ich diesmal meinen Mitmenschen nicht zumuten. Also habe ich geschwiegen und mir stattdessen die Nächte unter der Brücke ausgemalt, obwohl ich gar nicht wusste, ob es dort überhaupt Brücken gab. Zugegebenermaßen war ich etwas ratlos…aber in jedem noch so langen Tunnel kommt irgendwann Licht: in meinem Falle in Form von Läden, in denen man mit Vorlage der Kreditkarte Bargeld ausgezahlt bekommt, mit einer saftigen Gebühr selbstverständlich, aber das war mir nach diesem Drama relativ egal. Immerhin habe ich zwei Dinge aus dieser Erfahrung gelernt:

1. Fliege niemals ohne Bargeld nach Laos!
2. Du sollst den Engländer achten und ehren!

Kleiner Tipp am Rande: Hunderttausend laotische Dollar schleppe ich immer noch mit mir rum, da man diese in Thailand nicht wechseln kann. Also bevor ihr das Land verlasst, am besten Geld noch vor Ort umtauschen!

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2 Gedanken zu “Laos. Nie wieder ein böses Wort über Engländer, ich schwöre es.

  1. wie, dani, was, keine gesangsqualitäten?? das halt ich für ein gerücht. und unsere abizeitung auch (die mir gestern mal wieder in die hände gefallen ist, muhahaha). und wie konntest du vorher keine engländer ehren? naja, besser spät als nie. toller blog, meine liebe ❤ großartige bilder. ich wünsche mir aber manchmal noch mehr text, aber das ist nur ne kleine "kritik" 🙂

    • Ehrt mich, dass dir mein Blog gefällt. Und was die Gesangsqualitäten betrifft: du weißt doch, wie bescheiden ich bin :). Bzgl. „Textunlastigkeit“: ist ja auch mehr ein Fotoblog, Bilder sagen doch mehr als 1000 Worte:)

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